
Holocaust Gedenktag 2022
Heute vor 77 Jahren, am 27. Januar 1945, wurde das KZ Auschwitz-Birkenau von Soldaten der Roten Armee befreit. Das bedeutete eine Ende des Martyriums für die vielen tausend Menschen, die sich zu diesem Zeitpunkt noch in den Lagern befanden, zum Sterben zurückgelassen von den fliehenden NS-Schergen. Mit diesem Tag wurde der Welt in aller Deutlichkeit offenbart, zu welchen unfassbaren Grausamkeiten Menschen fähig sind, allen großen wissenschaftlichen, industriellen und geistigen Fortschritten zum Trotz.
Im Namen einer zutiefst menschenverachtenden, antisemitischen und rassistischen Ideologie hatte der NS-Staat die pseudowissenschaftliche Einteilung der Menschheit in „höhere und niedere Rassen“ auf brutale, aber dabei erschreckend rationale Weise bis zur letzten Konsequenz umgesetzt. Dabei wurde ein System von Todesfabriken erschaffen, das die Welt von „unwertem Leben“, von politischen Gegner:innen und ganz besonders von den Menschen „bereinigen“ sollte, die die Nazis als die Wurzel allen Übels markiert hatten: Millionen von Jüdinnen und Juden wurden verfolgt, entmenschlicht und ermordet.
Diese Maschinerie wurde nicht allein von den SS-Männern, Kapos und Wachleuten am Laufen gehalten. Hinter ihnen standen Ingenieure, Architekten, Wissenschaftler und viele weitere willige Helfer:innen bei Behörden und Polizei und in der Zivilbevölkerung, bis hinauf zu den Menschen, die in irgendeinem Büro die „Endlösung“ mit bürokratischem Eifer möglichst effizient umsetzen wollten. All diese Helfer:innen und Täter:innen waren keine Monster und in der Regel auch keine sadistischen Gewaltverbrecher, sondern nur: Menschen, die ihrer Arbeit nachgingen. Sie standen unter keinem bösen Zauber und sie wurden nicht „verführt“. Sie waren keine Opfer, sondern Täter. Und sie taten das, was sie taten, weil sie es für richtig hielten. Diese „Banalität des Bösen“ zu verstehen ist wichtig, denn sie zeigt, dass die KZs, die Todesmärsche und die Ermordung von sechs Millionen Menschen nicht einfach über die Menschheit hereingebrochen sind. Sie wurden von Menschen erschaffen. Die Möglichkeit zum quasi industriellen Massenmord ist im Menschen vorhanden. „Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen.“ (Primo Levi)
Dieser Tag soll daran erinnern, was damals geschah. Er soll daran erinnern, was Menschen einander antun können. Und er soll daran erinnern, dass es an uns allen liegt, dass so etwas nie wieder geschieht! #WeRemember #NeverForget #NieWieder
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